Folge 7: STADEUM – Theater mit Online-Shop

Das STADEUM ist das Kultur- und Tagungszentrum in der Hansestadt Stade in der Nähe von Hamburg. Veranstaltungen der verschiedensten Genres wie Comedy, klassische Konzerte, Rock & Pop Konzerte, Volksmusik und Ohnsorg-Theater-Aufführungen finden hier statt. Allein in 2014 kommen Gäste wie Jürgen von der Lippe, Revolverheld oder Reinhard Mey in das STADEUM. Tickets für diese Veranstaltungen können im STADEUM an der Theaterkasse, in Ticket-Points in und um Stade, an verschiedensten Vorverkaufsstellen sowie über das Internet erworben werden. Dabei sollen die Kunden im Internet bequem Ihren genauen Sitzplatz aussuchen können und die gültige Eintrittskarte sofort vom Bildschirm ausdrucken können.

Seit 2001 ist das STADEUM mit einer Internetseite im Netz vertreten. Dort wurde bereits frühzeitig auch das Buchen von Veranstaltungs-Tickets ermöglicht. Ganz zu Anfang wurde die Standard Web-Schnittstelle von Win THEA genutzt, ab 2003 nutzte das STADEUM ein von top concepts entwickeltes CMS-System mit einer eigenen Anbindung an Win THEA. Im Jubiläumsjahr 2014 (25 Jahre STADEUM) wurde die Plattform gewechselt zugunster der E-Commerce Standard-Software OXID eShop Professional Edition.

Herausforderungen

Eine bidirektionale Schnittstelle zwischen Web-Shop und In-House Theater-Ticketing-System musste geschaffen werden, die neben den Sitzplänen der verschiedenen Sälen, die je nach Veranstaltung unterschiedlich bestuhlt werden können, auch die verfügbaren Plätze und Kundenstammdaten abgleichen muss. Die gewünschten Plätze müssen zunächst für die Dauer der Sitzung solange vorreserviert werden können, bis der Check-Out Prozess erfolgreich abgeschlossen wurde. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass diese vorreservierten Plätze eben nicht gleichzeitig z.B. an der Theaterkasse oder in einer Vorverkaufsstelle vergeben werden oder von anderen Besuchern der Internetseite gleichzeitig gewählt werden. Insbesondere beim Vorverkaufsstart einer begehrten Veranstaltung sind oft innerhalb weniger Minuten die besten Plätze vergeben. Diesem Ansturm muss die technische Plattform einerseits aber auch die Softwarelösung an sich jederzeit gerecht werden. Bis zum Relaunch des STADEUM Internetauftritts war die Zahlung per Lastschrift das zentrale Zahlungsmittel. Durch die SEPA-Umstellung sollten nun weitere Zahlungsmittel, insbesondere die neue SEPA-Lastschrift mit Online-Mandatsverwaltung, aber auch eine native Kreditkartenzahlung hinzukommen.

Online getätigte Ticket-Verkäufe müssen einerseits in Echzeit in das Theater-Kassen-System einfließen, andererseits muss am Ende auch die Finanzbuchhaltung stimmen. Hierfür wurden eigens DATEV-Exporte im OXID Shop geschaffen. Denn das Theater-Kassen-System von Haus aus beherrscht die verschiedenen Vorgänge wie SEPA-Lastschrift oder PayPal nicht im Standard. Hierfür wurden entsprechende Work-Arounds im Shop etabliert.

Mit dem bisherigen Internet-Buchungssystem war es lediglich möglich, Online-Tickets zum Sofort-Ausdruck zu erwerben. Dies war kein Problem bei Sitzplatz gebundenen Veranstaltungen. Bei Stehplatz-Veranstaltungen jedoch mussten die Kunden aufwändig das Online-Ticket im STADEUM gegen ein “echtes Papier-Ticket” eintauschen. Mit dem neuen auf OXID basierten Buchungssystem sollte dieser Medienbruch beseitigt werden. Die Kunden können jetzt zwischen drei Versandarten wählen: 1. Online-Ticket, 2. Versand des Papier-Tickets per Post, 3. Versand des Papier-Tickets als Geschenk verpackt. Diese Unterscheidung ist bei OXID mit Bordmitteln realisierbar, im vorherigen System war dies undenkbar.
Ein zusätzlicher Menüpunkt im OXID Admin Backend ermöglicht es den Mitarbeitern des STADEUMs bequem die Bestellungen, bei denen ein Ticket- oder Geschenk-Versand gewünscht ist zu selektieren und auszudrucken, so dass hier auch die manuellen Prozesse im Hintergrund schlank gehalten werden konnten.

Der neue Internet-Auftritt sollte vom Desktop wie vom mobilen Endgerät gleichermaßen gut zu betrachten und bedienen sein. Bei der Umsetzung entschied sich das STADEUM für eine vollständig als responsive Webdesign angelegte Seite, die zu dem mit einem Parallax-Effekt ausgestattet wurde. Das Ergebnis ist ein sehr moderne, innovative Theater-Website, die es ermöglicht die Veranstaltungen und Genres mit großflächigen Bildern anzuteasern.
Besondere Herausforderung war es dann auch, die individuelle Sitzplatz-Auswahl sogar vom Smartphone aus bequem zu ermöglichen.

Besondere Features und Funktionen

  • Entwicklung der bidirektionalen Schnittstelle zwischen Webshop und Theater-Kasse
  • Entwicklung der Fibu-Export-Schnittstelle von Webshop zur DATEV Software
  • Verschlankung administrativer Prozesse beim Versand von Papier- & Geschenk-Tickets durch STADEUM Mitarbeiter
  • voll dynamische Sitzplatz Darstellung (unterschiedliche Säle, verschiedene Bestuhlungen je nach Veranstaltung, bis hin zu Stehplatz-Veranstaltungen), kompatibel für Desktop und insbesondere Smartphone bei intuitiver Bedienung
  • Umsetzung des gesamten Buchungssystems als responsive Webdesign

Fazit
Die Bewerbung in der Golden Cart Kategorie “Innovative Geschäftsmodelle” erfolgte aus dem Grunde, dass der Internetauftritt des STADEUMs bislang der erste und einzige “echte Online-Shop” eines Theaters, Konzertsaals oder Schauspielhauses ist.
Eigentlich war die Verwendung des OXID eShops als Standard-Software hier sehr naheliegend: Veranstaltungs-Auswahl, Suche, Kunden-Anmeldung, Warenkorb und Checkout mit gängigen Zahlarten wie Kreditkarte oder SEPA-Lastschrift sind bei OXID standard. Lediglich um die spezifischen Elemente eines Veranstaltungs-Buchungssystems musste der OXID eShop erweitert werden – insbesondere eine ausgeklügelte Schnittstelle zur Theater-Kasse musste entwickelt werden.
Wir denken, dass dieser ungewöhnliche Lösungsansatz für ein Theater, auch andere Häuser inspirieren kann. Zur Zeit ist der Markt für Ticket-Systeme unter den großen Eventim’s und Ticket-Online’s dieser Welt aufgeteilt – die Theater erhalten hier teils unflexible Standard-Systeme, bei denen die individuelle Note und das persönliche Erscheinungsbild der Häuser nach außen nicht immer gut gewahrt ist – außerdem treiben zusätzliche “System-Gebühren” insbesondere für kleine Häuser die Ticketpreise in die Höhe. Eine auf OXID aufsetzende Theater E-Commerce Lösung hingegen ist schlank in den Kosten, schnell realisiert und individuell in jegliche Richtung – optisch wie technologisch – anpassbar und erweiterbar.

Besuchen Sie die Website des STADEUMs:

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